Was ist eigentlich Biofisch?

Immer noch fragen sich viele: Was kann an Fisch „bio“ sein? Kommt er doch aus demselben Meer wie konventionelle Ware. Hier hat Herfried Effenberger eine Fülle von guten Argumenten auf seiner Seite – ökologische, qualitative und geschmackliche. Die Art des Fangs spielt z.B. eine wichtige Rolle. Bei konventionellen Fangmethoden werden bis zu 50% unerwünschter Beifang wieder ins Meer gekippt. Und von dem, was aus dem Meer gezogen wird, landet üblicherweise noch längst nicht alles auf dem Teller. „Von allen gefangenen Fischen in Europa werden 80% zu Fischmehl, Schweine- und Hühnerfutter verarbeitet. Nur 20% werden als Lebensmittel verkauft“, gibt Herfried zu bedenken. An seinem Fischmobil braucht durch den gezielten und schonenden Fang keiner ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Fischlieferanten seines Vertrauens benutzen bestandsschonende Schleppangeln oder Stellnetze. Seefisch bezieht Effenberger in erster Linie aus der Nordsee oder aus dem Atlantik, wo die Gewässer relativ sauber sind.

 

Auch bei Fischen aus Aquakultur achtet Effenberger auf strenge Auswahlkriterien: Keine Aufzucht mit Hormonen und Antibiotika! Die Fische aus Bio-Aufzucht haben ausreichend Platz und doppelt so lange Zeit zum Wachsen wie ihre künstlich gepushten Artgenossen. So sind die natürlich aufgewachsenen Tiere nicht nur gesünder, sondern auch viel geschmackvoller.

Den guten Geschmack macht vor allem auch die Frische des Fisches aus. „Ganz frischer Fisch riecht nach Meer oder Tang“, erklärt Herfried. „Nach 2-3 Tagen riecht er nach nichts, erst später fängt er an, nach Fisch zu riechen.“ Auch eine Druckprobe gibt Auskunft über die Frische: Wenn die Druckstelle gleich wieder zurückgeht, ist der Fisch in Ordnung. Gefrierware kommt bei Effenberger – mit Ausnahme von Garnelen und Wildlachs – nicht in die Theke. Konservierungsstoffe sind bei all seinen Produkten tabu.

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Herfried Effenberger, seit 1996 auf dem Markt, hat beruflich aus der Not eine Tugend gemacht. Aus einer Bäckersfamilie stammend, verhinderte eine Mehlstauballergie, dass er im selben Metier Fuß fasste. Seinen besonders ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn verband er mit der Leidenschaft für gute Lebensmittel und eroberte sich als Bio-Pionier in der Fischbranche eine Marktlücke. „Der Fischwagen läuft besonders gut, weil ich nur das verkaufe, was ich auch selbst gerne esse“, schmunzelt er hinter seinem Leibesumfang. Wer vor der bunten Vielfalt seiner Fische, Krabben, Garnelen, Räucherwaren und Salate steht, ahnt, was er meint. „Die Salate macht meine Frau Birgit mit viel Liebe“, erklärt er, „alles aus biologischen Zutaten, mit Demeter-Sahne und natürlichen Färbemitteln wie Rote Bete-Saft. Die Salate schmecken auch immer ein bisschen anders, weil sie immer nach Gefühl würzt.“

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Herfrieds Kunden schätzen nicht nur die verlässliche Qualität, sondern auch, dass sie auf alle Fragen auch von seinen Mitarbeiterinnen eine profunde Antwort bekommen. Ein Kunde möchte „Fisch, der nicht nach Fisch schmeckt.“ Der launigen Empfehlung, Hühnerbrust zu kaufen, folgt der interessante Tipp, es mit rotem Thun zu versuchen, der an Rinderfilet erinnert.

Besonders Kinder kommen bei Herfried auf ihre Kosten. Aus Erfahrung weiß der mehrfache Vater, dass Kindergaumen Schellfisch oder Zander munden. Auch bei der Grätenfrage sind die Kleinen kritisch. Effenberger verspricht wirklich grätenfreie Fischfilets: „Für jede Gräte, die ihr findet, bekommt ihr 10 Cent!“ Überhaupt genießen die kleinen Kunden Sonderrechte an seinem Stand. Aus einer Schatzkiste dürfen sich die Kinder bei jedem Besuch etwas Schönes aussuchen.

Nach getaner Arbeit trinken Herfried und Birgit Effenberger gern ein Glas Wein und sprechen über ihre Kinder und Enkelkinder. Mit dem guten Gefühl, alles dafür zu tun, dass die Enkel auch wenn sie groß sind noch leckeren und gesunden Fisch genießen können.

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Erster Biofischhändler in Europa